Das ändert sich im Juli 2024

Kaum ist der Juni vorbei, klopft der Juli schon an die Tür - und bringt viele spannende Veränderungen mit sich! Die Neuerungen dieses Monats sind breit gefächert - Doch was genau erwartet uns? Wir haben alles Wissenswerte für euch zusammengefasst:
Rentnerinnen und Rentner erhalten mehr Geld
Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es gute Neuigkeiten: Ab dem 1. Juli steigen die Renten zum dritten Mal in Folge um 4,57 Prozent. Das bedeutet, dass eine Rente von 1.000 Euro monatlich um 45,70 Euro erhöht wird. Diese Anpassung basiert auf der Lohnentwicklung der letzten zwei Jahre und fällt dank der geringen Inflation höher aus als die Preisentwicklung. Seit der Angleichung der Renten in West- sowie in Ostdeutschland im vergangenen Jahr profitieren beide Regionen gleichermaßen von der Erhöhung.


Cannabis-Clubs dürfen starten
Ab dem 1. Juli 2024 dürfen spezielle Vereine, sogenannte Cannabis-Clubs, Cannabis gemeinschaftlich anbauen und an ihre Mitglieder abgeben. Jeder Verein darf jedoch nicht mehr als 500 Mitglieder haben. Das Cannabis darf nur in begrenzten Mengen an die Mitglieder abgegeben und nicht verkauft werden. Der Konsum in den Vereinsräumen ist verboten und muss mindestens 100 Meter von dem Eingangsbereich entfernt stattfinden.


Neu für Autofahrer: Blackbox und Assistenzsysteme Pflicht
Ab dem 7. Juli müssen in Deutschland alle neu zugelassenen Pkw mit einem Event Data Recorder ausgestattet sein. Dieses Gerät funktioniert ähnlich wie die Blackbox in Flugzeugen und speichert wichtige Daten, die bei der Aufklärung von Unfällen helfen können. Zusätzlich werden eine Reihe weiterer Fahrassistenzsysteme zur Pflicht. Dazu gehören ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent, der den Fahrer bei Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit warnt, ein Notbremslicht, ein Rückfahrassistent, autonome Notbremsassistenzsysteme, ein Notfall-Spurhalteassistent, ein Müdigkeits-Warnsystem sowie eine alkoholempfindliche Wegfahrsperre.


Getränkedeckel müssen fest mit der Plastikflasche verbunden sein
Ab dem 3. Juli 2024 sind lose Verschlusskappen für Getränken in Einwegverpackungen, die ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen und ein Fassungsvermögen von bis zu drei Litern haben, verboten. Dies betrifft beispielsweise Saftkartons und Einweg-PET-Flaschen. Hintergrund der ganzen Sache ist der Umweltschutz - die Verschmutzung der Landschaft durch lose Deckel soll vermieden werden. Bereits seit einigen Monaten gibt es daher Plastikflaschen mit fest verbundenen Deckeln auf dem Markt.


Mehr Geld für Bundesabgeordnete
Die 734 Abgeordneten im Bundestag erhalten ab dem 1. Juli eine Erhöhung ihrer sogenannten Diäten um sechs Prozent. Damit steigt ihre monatliche Entschädigung um 635,50 Euro auf 11.227,20 Euro im Monat. Die Anpassung orientiert sich an den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Lohn- und Gehaltssteigerungen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.


Arbeitsmarktzuslassung jetzt digital 
Wenn Unternehmen Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der EU einstellen möchten, können sie ab Juli bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag stellen. Die Genehmigung erhalten die Unternehmen dann digital von der Bundesagentur und können sie anschließend zum Beispiel per E-Mail an ihre neuen Mitarbeiter senden, womit diese dann ihr Visum beantragen können.


Änderung beim Kabelfernsehen: Kosten dürfen nicht mehr automatisch umgelegt werden
Ab dem 1. Juli 2024 entfällt das Nebenkostenprivileg für Kabelfernsehen. Bisher wurden die Kosten für Kabelfernsehen einfach über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt, oft über Sammelverträge. Ab Juli hat aber jeder Mieter die freie Wahl, wie er fernsehen möchte - ob über Internet, Satellit oder Kabel. Automatische Bündelverträge gibt es nicht mehr - wer also weiterhin Kabelfernsehen nutzen möchte, muss sich selbst um einen Vertrag mit einem Anbieter kümmern.


Namensänderungen werden einfacher
Ab Juli können Ehepartner und Kinder echte Doppelnamen führen, die aus den Familiennamen beider Elternteile gebildet werden. Dies ist auch für Eltern ohne gemeinsamen Ehenamen, aber mit gemeinsamem Sorgerecht möglich. Allerdings sind maximal zwei Familiennamen zulässig, um lange Namensketten zu vermeiden.


Änderung in der Mautpflicht 
Seit Dezember 2023 müssen Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen Maut bezahlen. Ab dem 1. Juli ändert sich das nun: Auch kleinere Transporter mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht sind jetzt mautpflichtig. Diese Regelung betrifft sowohl inländische als auch ausländische Fahrzeuge. Ausgenommen von der Maut sind jedoch Rettungsfahrzeuge, Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, der Land- und Forstwirtschaft sowie Camping- und Handwerkerfahrzeuge.


Berühmtes Berliner Kaufhaus schließt
Das beliebte französische Luxus-Kaufhaus „Galeries Lafayette“ schließt seine einzige Filiale in Deutschland in Berlin zum 31. Juli 2024. Die Schließung kommt jedoch nicht überraschend, da seit langem bekannt ist, dass der Mietvertrag von „Galeries Lafayette“ Ende des Jahres ausläuft. 


Deutsche Bahn: Wichtige Strecke monatelang gesperrt
Die Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt wird für 500 Millionen Euro umfassend saniert und ab Juli 2024 für fünf Monate gesperrt. Die Sperrung startet nach dem Endspiel der Fußball-EM 2024 und endet zu Weihnachten. Auf dieser wichtigen Bahnstrecke, einer der meistbefahrenen in Deutschland, wird es während der Sperrung bundesweit zu Verspätungen kommen. Die Deutsche Bahn plant den Einsatz von bis zu 140 Bussen als Schienenersatzverkehr. Nach der Sanierung soll die Strecke wieder ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen und voraussichtlich bis zu zehn Jahre wartungsfrei bleiben.


Änderung für Schuldner: Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen
Ab dem 1. Juli 2024 können Schuldner etwas aufatmen: Die monatliche Pfändungsfreigrenze für Alleinstehende wird von 1.402,28 Euro auf 1.491,75 Euro erhöht. Dieser so genannte Grundfreibetrag sorgt dafür, dass trotz Pfändungen genug Geld zum Leben bleibt. Wer also anderen Geld schuldet, dem bietet diese Anpassung ab Juli ein Stück mehr finanzielle Freiheit. 


Brustkrebs-Früherkennung: Altersobergrenze wird angehoben
Ab dem 1. Juli 2024 wird die Altersobergrenze für die kostenlose Brustkrebsvorsorge erweitert: Frauen können künftig bis zum Alter von 75 Jahren an dem Screening teilnehmen, statt wie bisher nur bis 69 Jahre. 


Netlix-App verschwindet von zahlreichen Fernsehern
Ab Juli werden zahlreiche Fernseher die Netflix-App nicht mehr unterstützen, da die technischen Anforderungen gestiegen sind. Betroffen sind vor allem Modelle von Sony. Um welche Geräte es sich genau handelt, hat das japanische Unternehmen auf seiner Website noch einmal in einer Liste zusammengefasst. Um Netflix weiterhin nutzen zu können, bleibt den Betroffenen nur die Wahl zwischen einem neuen Fernseher oder dem Aufrüsten des alten Geräts mit einem Streaming-Stick.


Amazon-Alexa verliert Listenfunktion
Ab dem 1. Juli wird Amazon eine entscheidende Programmierschnittstelle abschalten, was zur Folge hat, dass die Listenfunktion über Amazon Alexa nicht mehr genutzt werden kann. Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer, welche Einkaufs- oder To-Do-Listen von Drittanbietern nutzen, diese nicht mehr per Sprachbefehl bearbeiten können. Lediglich die von Amazon selbst angebotenen To-Do-Listen stehen weiterhin zur Verfügung.


Gasspeicherumlage wird erhöht
Ab Ende 2024 wird der Preis für die Gasspeicherumlage neu festgelegt. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssen mit jährlichen Mehrkosten von 50 Euro statt bisher 37 Euro rechnen.


Strengere Regelungen für den Gerüstbau
Ab dem 1. Juli 2024 ändert sich die Regelung für den Aufbau von Arbeits- und Schutzgerüsten. Es soll nun neu geregelt wird nun, welches Gewerk welche Form von Gerüst aufbauen darf - es ist jetzt nämlich insgesamt nur noch 22 spezifische Gewerken gestattet, Gerüste selbstständig aufzustellen. Diese Gewerke dürfen die Gerüste nur für ihre eigenen Arbeiten nutzen und dürfen sie auch stehenlassen, wenn andere Gewerke sie benötigen. Es ist jedoch verboten, die Gerüste gezielt für Dritte aufzustellen oder Sonderkonstruktionen zu errichten.


Reform des Postgesetzes
Eine wichtige Änderung im Juli betrifft auch die Zustellzeiten der Deutschen Post: Statt wie bisher innerhalb von ein bis zwei Werktagen müssen künftig 95 Prozent der Briefe erst am dritten Werktag zugestellt werden. Am vierten Werktag sollen es dann 99 Prozent sein. Das spart Kosten und reduziert die bisherigen Inlandsflüge für den Brieftransport, was auch dem Klimaschutz zugute kommt. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies allerdings etwas längere Wartezeiten bei Standardbriefen. Wer es schneller braucht, kann weiterhin auf den teureren Prio-Brief zurückgreifen.
Ebenfalls zum 1. Juli ist eine Namensänderung der Deutschen Post geplant: Künftig heißt der Konzern dann nur noch DHL Group.


Sommerferien in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
Im Juli beginnen die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen (08.07.2024-20.08.2024) und in Rheinland-Pfalz (15.07.2024-23.08.2024).

 

Please publish modules in offcanvas position.